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UNSERE
SCHULHENGSTE

In der Hofreitschule spielen die Pferde natürlich die wichtigste Rolle. In den vielen Jahren haben zahlreiche wunderbare Hengste unvergessliche Beiträge zum Erblühen Deutschlands einziger Hofreitschule geleistet, einige sind noch immer im Bestand, andere haben uns verlassen. Auf dieser Seite möchten wir ein Denkmal setzen und frei heraus gestehen, dass ein Schulhengst für die Hofbereiter weit mehr ist als nur ein Wegbegleiter: Die Schulhengste sind beste Freunde, kleine Brüder, große Liebe und ehrwürdige Respektpersonen.

Die Schulhengste in der Hofreitschule entspringen Reitkunstpferderassen, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert an den Adelshöfen Europas gezüchtet wurden. Selbstverständlich sind unsere Hengste die schönsten Pferde der Welt! Wir stellen sie Ihnen gerne ausführlich vor. Die Präsentation erfolgt nach Alter sortiert.

RAISULIH
EL HADI

Raisulih wurde am 11.04.1992 bei Heide Graf in Menslage geboren. Der Hofreitmeister hatte seine Eltern im Jahr zuvor selbst aus Algerien importiert. Mit Raisulih hat er die Feldversuche zur Wiederbelebung der alten Italienischen Schule (der barocken Reitkunst) vollzogen und deren vortreffliche Eignung in der Moderne bewiesen. Heute bezeichnen die Hofbereiter den 'Grandsenieur' der Schulhengstriege liebevoll als einen, der 'alles kann außer Stricken und Steno'. Sämtliche Schulen bei und über der Erde, Stunts, Fahrkunst, Langer Zügel, Damensattel – alles Spezialgebiete in denen er brilliert.

Auch als Vererber ist Raisulih herausragend. Er selbst wurde mehrfach Deutscher Meister, zuletzt 2015 und 2007 sogar Weltchampion. Er ist gekört, leistungsgeprüft und hat zahlreiche hoch benotete Nachkommen.

Raisulih beweist Tag für Tag, wie langlebig, naturgesund, leistungsbereit, nervenstark und menschenbezogen die Pferde des Maghreb sind, die man schon seit über 5000 Jahren für ihre Rittigkeit schätzt. In der Hofreitschule gelten die Berber als die 'älteste kultivierte Pferderasse' der Welt.

MAESTOSO
AMATA

Amata wurde am 30.04.2000 bei Baronin Stephanie von Reichenau in Bad Kissingen geboren. Die Baronin hat die Zucht von Lipizzanerpferden aus Piberaner Blutlinienführung zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hat und stiftete Amata der Hofreitschule in Bückeburg. Jedes Jahr zu seinem Geburtstag besucht seine Züchterin ihren ,,Bub“.

Amata kam 2005 kurz nach der Eröffnung der Hofreitschule, 5-jährig nach Bückeburg. Hofbereiterin Diana Krischke hat Amata bis zur Hohen Schule gefördert, die Schulen über der Erde hat er beim Hofreitmeister erlernt. Insbesondere mit seinem herausragenden Talent als Frontpferd im Tandem und als Schulspringer gehört Amata zu den Aushängeschildern der Hofreitschule.

Dem Bückeburger Verständnis von pferdefreundlicher Ausbildung gemäß wird er ohne Ausbinder und Hilfzügel in den Schulen über der Erde gearbeitet.

BERYLL
aus der Schützenden Hand

Beryll wurde am 29.04.2001 im Gestüt aus der Schützenden Hand bei Heinz Hackmann in Werpeloh geboren. Er ist wie alle Knabstrupper in der Hofreitschule eine Stiftung des Züchters und kam als Vierjähriger nach Bückeburg.

Beryll ist einer der Schulspringer der Hofreitschule. Das heißt nicht, dass er über Hindernisse springt, sondern dass er die ,Schulen über der Erde‘ beherrscht. Beryll springt zum Beispiel die Kapriole, eine Lektion bei der das Pferd zunächst kraftvoll in die Luft springt und dann mit den Hinterhufen ausstreicht. Diese Bewegung entstammt dem natürlichen Übermutsverhalten eines Pferdes.

Berylls kompakte Figur und sein sehr starker Rücken prädestinieren ihn genau für diese Schulen. Er ist in der Lage Pesaden (ein kontrolliertes Steigen) sehr lange und gerade zu stehen und vollführt auch die viel schwierigere, tiefe Levade mit Leichtigkeit.

Mit seiner Interpretation des "Niedersachsenpferdes", einem Showbild, bei welchem er sich vor einem großen roten Tuch steil in die Pesade erhebt, hat er schon vielen Tausend Menschen die Begeisterung für die Geschichte Hannovers vermittelt.

Beryll ist ein sehr motiviertes Reitpferd, der seinen Reiter allzeit unterstützt.

Berylls Farbe ist eine interessante Spielart der Tigerschecken: er ist ein Weißgeborener mit silbernem Stichelhaar und dunklen Beinen. Früher nannte man solche Pferde ,Hermelin‘.

MONSIEUR
LE GRAND

Monsieur wurde am 30.05.2005 in den Niederlanden geboren. Er hat zehn Jahre lang unter Seinesgleichen gelebt, war Deckhengst und Familienvater, bis sein Züchter ihn durch 'frisches Blut' ersetzte und verkaufte. Er ist das kleinste Mitglied unserer Schulhengste und erobert mit seinem offenen Wesen und seiner neugierigen Art vor allem Kinderherzen im Sturm.

Doch so sehr er sich über die Aufmerksamkeit der Marstallbesucher auch freut, er möchte nicht als 'süß' verniedlicht werden. Besonders respektlosen Annäherungsversuchen ist er auch schon mit einem beherzten Kneifen begegnet.

Monsieur wird an der Hand zum Kaprioleur ausgebildet und im Sulky fit gehalten.

Die Wurzeln des Miniaturpferdes liegen im Europa des 17. Jahrhunderts. Man hielt die kleinen Pferde zur Unterhaltung und als Spielgefährten der adeligen Nachkommen an den Königshöfen. Der Körperbau soll stets dem eines eleganten Reitpferdes in Miniaturformat entsprechen.

MORAVITA'S
BARITON

Bariton wurden am 09.06.2006 im Gestüt Moravita in Coevorden, Niederlanden geboren. Zu jener Zeit war Moravita das größte Frederiksborgergestüt der Welt: Ton und Aletta Duivenvoorden züchteten in den Niederlanden den edlen, ursprünglichen Typ des dänischen Königspferdes zurück.

Anfang 2010 stellte das Gestüt Moravita der Hofreitschule mit Bariton seinen bestgezogenen Hengst zur Verfügung. Seither hat sich Bariton zu einem motivierten und gut ausbalancierten Reitpferd entwickelt und zeigt besonderes Talent in den hochversammelten Lektionen wie der Levade, Piaffe, Pirouette und im Tummeln. Bariton ist sehr lernbegierig und möchte seinem Reiter und den Gästen der Hofreitschule stets gefallen. Sowohl unter dem Herren-, als unter dem Damensattel beweist sich Bariton als äußerst talentiertes Reitpferd.

CLARIM

Clarim wurde am 16.03.2007 bei Dr. João Inacio Barata Freixo in Montemor o Novo, Portugal geboren.

Herausragende Vertreter ihrer Rasse zu finden, ist bei den alten Königspferderassen heutzutage schwierig geworden. Mehrere Jahre suchte der Hofreitmeister einen typvollen portugiesischen Hengst mit der Eignung für die Hohe Schule der barocken Reitkunst.

Clarim war die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Einem privaten Hinweis folgend, besuchte Wolfgang Krischke im Juni 2016 das Gestüt Feixo südöstlich von Lissabon und verliebte sich spontan in deren Deckhengst. Einige weitere gute Hengste standen dort im Dienst. Clarim jedoch stach aus allen hervor. Sein wunderschönes gewölbtes Nasenprofil, seine klugen Augen, das sanfte Wesen, der anmutig geschwungene Hals, seine aufwändigen Gänge und seine Freude an versammelten Bewegungen machten die Entscheidung leicht.

Die Arbeit des Muskelaufbaus ist auch nach einem Jahr Training noch nicht abgeschlossen, dafür waren die Jahre auf der Stutenweide in Portugal zu wenig von Athletik geprägt. Obwohl Clarim bereits in einigen Vorführungen zu bewundern ist: Zu voller Reife wird er voraussichtlich 2018 gelangen. Er ist das Traumpferd des Hofreitmeisters.

PEGASO

Pegaso wurde am 18.04.2010 bei Alba Gerboles Rodriguez in Barcelona, Spanien geboren. Er erfüllt seine Besitzerin Ines Wies jeden Tag mit größter Freude, seitdem er mit fünf Jahren zu ihr und nach Bückeburg kam. Alle Mitarbeiter der Hofreitschule, selbst die in der Verwaltung, sind selber Reiter und folgen dem Ausbildungsweg der alten Italienischen Schule.

So wurde ‚Pega‘ schonend fünfjährig angeritten und befindet sich in der Grundschule zum Professor zu vier Hufen. Ein junges Pferd auszubilden ist eine deutlich höhere Herausforderung, als ein ausgebildetes Pferd zu reiten und ein Hochbegabter wie Pegaso stellt vor allem zu Beginn nicht selten eine Mutprobe dar. Doch die Mühe zahlt sich aus! Unter der geduldigen Anleitung der Hofbereiter hat Ines Wies den prächtigen Hengst zu einem zuverlässigen Freizeitpartner in Gelände und Reitbahn geschult. Ab und zu ist er auch in einer der Vorführungen zu sehen.

Seine imposante Farbe verdankt er einer ‚Cream‘ genannten Genetik, welche die Rotanteile im Fell aufhellt, die schwarzen Pigmente jedoch unberührt lässt. Man nennt die Goldenen mit schwarzem Behang ‚Buckskin‘.

FALITO

HALCON

Halcon wurde am 01.01.2012 im Gestüt Yeguada La Perla in Segovia, Spanien geboren. Bei einer Gestütsbesichtigung 2013 fiel der typvolle Jährling dem Hofreitmeister durch sein extrem anhängliches Wesen auf.

Für Halcons Farbe 'Buckskin' gibt es im deutschen die Entsprechung "Erdfarbener" – ein goldenes Pferd mit mit schwarzem Langhaar, aufgehellt durch die Cream' genannte genetische Variation. Halcon hat die für Lusitanos typische ausgeprägte Nasenwölbung, den sogenannten Ramskopf, ein Schönheitsideal der Barockzeit.

2014 kam Halcon von der Junghengstweide in Segovia nach Bückeburg. Er wurde zunächst an den Menschen gewöhnt und ab 2016 schonend in kurzen Reprisen angeritten. Die Hofbereiterin Rebecca Güldenring hat die Grundschule mit ihm gestaltet und Anfang 2017 übernahm die Direktorin Christin Krischke seine weitere Förderung. Halcon ist ein hochbegabtes Nachwuchspferd mit außergewöhnlich menschenfreundlichem Naturell. Besonders auffällig ist seine Kommunikationsfreude: Wenn Sie ihn im Marstall wiehern hören, können Sie darauf wetten, dass die Direktorin nicht weit ist.

TRITON
aus der Schützenden Hand

Tiguan wurde am 02.05.2013 bei Familie Hackmann auf dem Knabstruppergestüt aus der Schützenden Hand in Werpeloh im Emsland geboren.

Von seiner Besitzerin, Verwaltungsleiterin Patricia Schneider wird Tiguan liebevoll 'Triton' genannt. Er gehört zu den Jungpferden der Hofreitschule und steht noch am Anfang seiner Karriere als Schulhengst. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er in Gesellschaft von anderen Junghengsten auf den großen Weiden der Hofreitschule und ist dort gut behütet aufgewachsen. Als Vierjähriger wurde er zunächst behutsam an den Sattel gewöhnt und mit Handarbeit und Doppellonge auf seine Aufgaben vorbereitet.

Fünfjährig ist er bereits in einigen Schaubildern zu sehen, in der großen Quadrille zum Beispiel, wo er mit sieben anderen Schulhengste schwierige Chroeografien auf engem Raume vollführt, oder in Solobildern, welche Patricia bevorzugt mit Bosal und Halsring gestaltet.