Altkalifornische Reitweise - Klassisches Vaquero Horsemanship

Duende Californio

Was ist die “Altkalifornische Reitweise”?

Kurz und knapp: es ist die Art zu reiten, welche von den barocken Adelshöfen Europas nach Kalifornien in die Missions kam und dort von den Vaqueros weiterentwickelt wurde für die Arbeit mit dem Rind.

Wir bieten professionelle Seminare, Vorträge und Kurse zu diesem Thema in ganz Europa!

Im 18. und 19. Jahrhundert waren die in den spanischen Machtbereich Amerikas importierten Pferde sehr deutlich iberisch- oder berbergetypt und diese durch die Welt gereisten Pferde waren sehr sehr wertvoll für die dortigen Arbeiter! Das heißt, sie wurden möglichst lange nach den europäischen Vorbildern gesund gehalten und gesund gearbeitet. Die ersten gedruckten Reitanleitungen, gegen Ende der Renaissance belegen, dass in Europa die Pferde bei Hofe mehr als 20 Jahre lang für die Arbeit, meist in Kriegsdiensten, nutzbar bleiben sollten. In Amerika entwickelte sich diese ursprüngliche Kriegsreiterei Mann gegen Mann in eine andere Richtung, die Rinderarbeit.

Die örtlichen Gegebenheiten spielten natürlich eine große Rolle für die benötigte Ausrüstung der Pferde: Aus dem prunkigen Reitkunstsattel entwickelte sich nach und nach der Westernsattel mit großer Auflagefläche für lange Ritte und einem belastbaren Horn. Gerade bei den Zäumungen war man besonders einfallsreich: hatte man nicht so viel Metall wie in Europa zur Verfügung, so nutzte man das viel vorkommende Rohleder zur Fertigung von Ausbildungszäumungen, wie es seit Monaten mindestens 400 v.Chr. bei den Persern üblich ch war. Dort hieß dieses geflochtene Nasband “hakma”, worauf die Spanier ihre Bezeichnung “jakima” ableiteten. In Mexiko und Kalifornien entwickelte sich das Wort weiter zu “hackamore”. Und auch die zweite Bezeichnung der heute allgemein als “Bosal” bekannten Zäumung stammt aus dem Spanischen von “bozal” für Halfter. Ganz nach europäischem Vorbild wurde in Kalifornien das junge Pferd zunächst komplett gebisslos ausgebildet, bekam dann zusätzlich zum Bosal ein Gebiss ins Maul (Two Rein) um am Ende seiner Ausbildung auf blanker Kandare, bzw. dem heutigen Spade Bit (straight up in the bridle) zu gehen.

Während dieser Ausbildung legte man viel Wert auf die Schonung und Gesunderhaltung des Arbeitspartners Pferd. Man baute die alten Reitlehren aus Europa um zu einer zweckmäßigen, weniger artistischen Reiterei, die viele Lektionen enthielt, welche dem Pferd die Versammlung auch in der Arbeit erhalten sollten. So konnte man sicher sein, sein mehr oder weniger günstig veranlagtes Pferd individuell auf dessen Aufgaben vorzubereiten und über viele Jahre gesund zu erhalten.

Hiermit befassen sich Wolfgang und Christin Krischke seit 30 Jahren und möchten gerne dieses Wissen erhalten und nicht in der Versenkung als “alter Quatsch” verloren gehen sehen.

Deshalb laden wir in der Hofreitschule immer wieder Experten zu diesen Themen zu uns in die Hofreitschule ein, die sich, wie zum Beispiel Jeff Sanders aus Kalifornien intensiv und praktisch mit dem Thema “experimentelle Archäologie” befassen. Zusätzlich besteht für interessierte Reiter die Möglichkeit für Unterricht mit eigenem Pferd. Gern hält der Hofreitmeister auch Vorträge und Kurse in ganz Europa zu diesem Thema ab. Anfragen hierzu gehen bitte an Uta Altenburg